Die Amazonisierung des Langgutversands – Spezialisierung von Intralogistik und Transport

Verändert der Corona-Virus nachhaltig die Lieferketten von Unternehmen? Wie sieht mein Geschäftsmodell in fünf Jahren aus? Wird mein Markt disruptiv? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf mein Unternehmen?

Wir leben in unsicheren und sich schnell verändernden Zeiten. Steter Wandel von Märkten sowie die zum Teil fragile Gestaltung von Lieferketten stellt insbesondere die Logistik und Materialwirtschaft vor immer neue Herausforderungen. Besonders entscheidend wird die Frage sein, wie schnell Unternehmen auf sichtbare Veränderungen reagieren können. Die Resilienz – also die Fähigkeit als System auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und sich mit Flexibilität zwischen Erhaltung, Reorganisation und Wachstumsphase zu bewegen – wird eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

„Das betrifft uns nicht“ oder „Wir reagieren, wenn es so weit ist“ hört man allenthalben. Diese Aussagen legen nahe, dass sich Unternehmen latenter Gefahr aussetzt. Ein Blick auf den Globus sollte genügen, um überall Bedrohungs-szenarien zu erkennen, denen sich eigene, wichtige Lieferanten und Lieferketten ausgesetzt sehen. So erschreckend Entwicklungen für einzelne Unternehmen jedoch sein können, liegen hier aber auch die Möglichkeiten einer Differenzierung zum Wettbewerb. Die Erreichung der Resilienz des eigenen Unternehmens liegt dabei in der Stärkung des Netzwerks, in dem man selbst agiert und im Suchen von Partnern, um sich gegenseitige Chancen zu eröffnen.

Welche Fragen sollte man sich also stellen, um für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein?

  • Betreibe ich meine Logistikplattform(en) selbst oder schließe ich mich einem skalierbaren System an?
  • Investiere ich Geld in Bestände mit allen Risiken oder suche ich mir leistungsstarke Drop-Ship-Partner und nutze die Möglichkeiten der Digitalisierung?
  • Nutze ich eine reine Einkaufsplattform oder partizipiere ich an den Chancen einer expandierenden Lieferantencommunity?

Einen spannenden Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen liefern uns bereits bestehende, digitalisierte Geschäftsmodelle der Sharing Economy:
„Uber, das weltweit größte Taxiunternehmen, besitzt keine Fahrzeuge. Facebook, das weltweit größte Medium, produziert keine Inhalte. Alibaba, der umsatzstärkste Händler der Welt, hat kein Inventar. Und Airbnb, der weltweit größte Zimmervermittler, besitzt keine Immobilien.“ (Tom Goodwin, Senior Vice President Havas Media).

Genau hierin liegen die Chancen für die Zukunft, über nahezu alle Branchen hinweg: In der Nutzung von spezialisierten Anbietern, die erweiterbare Systeme und Netzwerke zur Verfügung stellen und zudem eine hohe Expertise im jeweiligen Segment mit Erfahrung in der Digitalisierung kombinieren. Herausragende Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Gestaltung und Vereinfachung von Schnittstellen. Während die oben genannten großen Player aufgrund ihrer Marktmacht sehr restriktiv im Umgang mit Schnittstellen zu ihren Kunden sind, stellen mittelständische Unternehmen den Dienstleistungscharakter in den Vordergrund: Der Dienstleister muss den Kunden verstehen – nicht umgekehrt. So ist beispielsweise entscheidend, wie schnell und gut sich Kunden-IT-Systeme in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen und wie schnell auf geänderte Prozessanforderungen reagiert werden kann. Nur eine ganzheitliche Betrachtung kann mittelfristig zu zukunftsfähigen und stabilen Lösungen führen.